Prof. Dr. Elschen

Prof. Dr. Elschen
Prof. Dr. Elschen

Prof. Dr. Rainer Elschen

  • 1951 in Gelsenkirchen (fast „auf Schalke“) geboren
  • Zuvor Lehrstühle in Duisburg, Aachen, Halle (Saale), Wuppertal
  • Seit WS 1997/98 Inhaber des Lehrstuhls „Finanzwirtschaft und Banken“ in Essen und somit
  • einer der Hauptverantwortlichen für den Master-Studiengang „BWL – Energiewirtschaft und Finanzwirtschaft“

 

Warum haben Sie den Ruf an die Universität Essen angenommen?

„Wegen sehr gutem Professorenkollegium, der unprätentiösen Ruhrgebietsmentalität und wegen des überragenden regionalen Potenzials. Hier gibt es eine Vielzahl bedeutender Unternehmungen, die in ähnlicher Weise keine andere Stadt in Deutschland aufbietet.“

 

Was bietet das Masterstudium in der Verbindung von Energie- und Finanzwirtschaft?

„Als ich zum ersten Mal hörte, dass die Idee dazu von einem hiesigen Unternehmen ausging, konnte ich es kaum glauben. Unternehmungen vergeben finanzielle Mittel nämlich gern an Universitäten, an denen ihre Führungskräfte selbst studierten. Da sind junge Universitäten – nur die gibt es hier – naturgemäß im Nachteil. (Essen als Zentrum des Reviers hatte lange keine Universität, weil die Preußen aus Furcht vor Krawallen im Ruhrgebiet keine Universitäten und Kasernen ansiedeln wollten.)

Bei Energie- und Finanzwirtschaft gibt es ein klares unternehmerisches Kalkül der fördernden Branche: Sie sieht dringenden Bedarf an dieser Verknüpfung und zeigt dies durch finanzielle und „moralische“ Unterstützung dieses Studiengangs.

Es gibt ganz praktische Zusammenhänge zwischen beiden „Fächern“, etwa bei der Planung von Investitionen in Kraftwerke. Der lange von meinem Lehrstuhl betreute Handelsraum bietet zudem die Möglichkeit, erste ganz praktische Erfahrungen im Energiehandel zu sammeln, wo beide Aspekte ebenfalls zusammenfließen. Zudem werden in der Energiewirtschaft eine Reihe finanzwirtschaftlicher Modelle bemüht, etwa die Optionstheorie.“

 

Was halten Sie von der Stadt und dem Campus Essen?

„Das Ruhrgebiet ist einer der größten Kulturräume der Erde. Selbst Berlin, Hamburg oder München haben nicht eine derartige Vielfalt zu bieten wie das Revier. Den im Krieg völlig zerstörten Revierstädten fehlen allerdings ein paar historische Bauten jenseits der Industriekultur. Es gibt hier aber viel mehr Grün und Großzügigkeit innerhalb der Städte als in Süddeutschland. Zudem weiß man die Synergien zwischen den Revierstädten zu schätzen, die im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 besonders aktiviert wurden. Was der Süden als Nähe zu den Alpen bietet, das sind hier Nordsee, Amsterdam, Brüssel, Gent oder Brügge. Diese Orte sind in weniger als zweieinhalb Stunden zu erreichen. Wohnraum ist noch bezahlbar. Andere Studienorte in Deutschland oder in den Niederlanden sind da doppelt so teuer.

Am Campus Essen ist ein Vorteil sicher die Nähe aller Seminarräume. Ein schöner kompakter Innenhof mit großer Wiese verleiht dem Standort ein wahres Campus-Flair. Durch die Studiengebühren wurde Entstehung neuer Räumlichkeiten ermöglicht, wie z.B. eines computergestützten Klausurraumes (PC-Hall) mit 196 Computerarbeitsplätzen – einer der größten PC-Räume in der deutschen Universitätslandschaft.“

 

Welchen Tipp haben Sie für Neuanfänger?

„Sich langsam anfreunden, sich einlassen. Verstehen, welche Schwächen man beseitigen muss, sich dann auf den Ausbau der eigenen Stärken konzentrieren und mit diesen Stärken in gemeinsamen Seminararbeiten zum Teamplayer werden.“